Kulturelle Highlights reichen sich auf Sizilien die Hand: denn die Mittelmeerinsel hat aufgrund seiner wechselhaften Geschichte allerhand Grund, die Fundstücke und Kunstwerke der verschiedenen Besatzer und Herrscher auszustellen und für Besucher, die nach Sizilien reisen, zu veröffentlichen.
Im historischen Stadtzentrum von Palermo gelegen, hat das Museum ein wunderbares Ambiente für Fundstücke aus prähistorischen Zeiten bis hin zur spätrömischen Periode. Auf drei Etagen werden Kunstgegenstände aus verschiedenen Epochen ausgestellt: Im untersten Geschoss befinden sich punische, römische und griechische Amphoren sowie Statuen, während im Erdgeschoss ägyptische und phönizische Kunstgegenstände wie Statuen, Juwelen, Moneten und Amulette ausgestellt werden. Zu den Phönizischen Ausstellungsstücken gehört zum Beispiel ein Sarkophag, der auf 600 v. Chr. datiert werden kann. Diverse Ausstellungsstücke der Etrusker und schöne griechische Skulpturen lassen sich in der ersten Etage betrachten.
Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag: 9-14 Uhr
Dienstag und Freitag: 9-14 Uhr; 15-18 Uhr
Sonntag und Feiertage: 9-13 Uhr
Eintritt: Kostenloser für Personen unter 18 Jahren und über 60 Jahren.
Adresse: Piazza Olivella, 90133 Palermo
Seit 1936 befindet sich das Museum in diesem normannischen Schloss. Ausgestellt werden neben hellenistisch-römischen Fundstücken auch viele Gemälde bekannter Künstler. Werke von Künstlern wie Luigi Morales oder Matthias Stomer sind nur wenige Beispiele des Ausstellungskatalogs. Die private Sammlung des Prinzen Biscari vervollständigt die Sammlung antiker Schätze. Zu besichtigen sind diverse Vasen, Statuen und Bronzen der letzten 2500 Jahre. Auf jeden Fall einen Besuch wert!
Öffnungszeiten: Montag: geschlossen
Dienstag bis Samstag: 9-13 Uhr; 15-18 Uhr
Sonntag und Feiertage: 9-12 Uhr
Eintritt: kostenlos
Adresse: Piazza Federico di Svevia , 95121 Catania
Das Regional Museum in Messina befindet sich in einem Gebäude aus dem späten 18. Jahrhundert. In zwölf thematischen Räumen werden Kunstgegenstände aus verschiedenen Epochen ausgestellt, von 7. bis zum 18. Jahrhundert. Als besonderes Highlight gelten dabei die Gemälde von Girolamo Alibrandi und Alessandro Allori. Sehenswert: die Skulptur von Goro di Gregorio sowie die Kutsche des Senat, die aus Holz gefertigt und vergoldet wurde.
Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Freitag: 9-14 Uhr
Dienstag, Donnerstag, Samstag: 9-14 Uhr; 16-19 Uhr
Sonntag und Feiertage: 9-13 Uhr
Eintritt: 2 Euro, kostenlos für Personen unter 18 Jahren und über 60 Jahren.
Adresse: Via della Liberta 465, 98100 Messina
Das regionale Museum von Syrakus (Siracusa) wurde bereits 1886 gegründet, Im Jahre 1988 wurde das neue Gebäude, in dem sich das Museum heute befindet, eingeweiht. Es ist in die Bereiche A, B und C unterteilt: Im ersten Bereich befinden sich Fundstücke aus prähistorischer Zeit, Neolithikum und Bronzezeit. Der Bereich B beherbergt aus Megara Hyblaea und Syrakus, die größtenteils aus dem 6 Jahrhundert vor Christus stammen. Die prachtvolle Statue von Kouros stammt aus dem 5. Jahrhundert nach Christus. Der letzte Bereich hat mit Fundstücken aus den unterschiedlichen Kolonien der Griechen ein atemberaubendes Repertoire an Kunstgegenständen aus ganz Sizilien. Insgesamt befinden sich im Museum mehr als 8000 Fundstücke, die man als Besucher besichtigen kann.
Öffnungszeiten: Montag: geschlossen
Dienstag, Donnerstag, Samstag, Sonntag: 9-14 Uhr
Mittwoch und Freitag: 9-14 Uhr; 16-19:30 Uhr
Eintritt: kostenlos für Personen unter 18 Jahren und über 60 Jahren.
Adresse: Viale Teocrito 66, 96100 Syrakus
Das Museum in Agrigento besteht seit den 60er Jahren. Es beherbergt Fundstücke aus prähistorischer Zeit bis hin zur hellenistischen Epoche. Die faszinierenden Fossile und die traumhaft schönen Keramik- und Terracottagegenstände sind Zeugnisse einer wechselhaften Vergangenheit auf Sizilien. Aus der Kupferzeit finden sich hier verschiedene Statuen, aber auch Waffen wie Pfeilspitzen und Lanzen. Auch griechische und römische Kunstobjekte wie Amphoren und Marmorarbeiten sind bewundernswert. Der größte Teil der Ausstellungsstücke stammt von Ausgrabungsstätten aus den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhundert oder wurden von Palermo oder Syrakus gestiftet.
Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Donnerstag, Samstag: 9-13 Uhr
Dienstag und Freitag: 9-17 Uhr
Sonntag und Feiertage: 9-13 Uhr
Eintritt: 4,50 Euro
Adresse: Piazzetta San Nicola, 92100 Agrigento
Die zentrale Lage Siziliens im Mittelmeer hat die wechselhafte Geschichte dieser Insel stark beeinflusst. Durch Stützpunkte für Seefahrt und Handel haben die Städte auf der Insel stets eine große Bedeutung gehabt. Neue Eroberer haben sich immer wieder der Insel bemächtigt, sind dort geblieben und haben sich mit der bereits ansässigen Bevölkerung vermischt und ihre Spuren in der Kultur Siziliens hinterlassen.
Um das Jahr 1000 v. Chr. war Sizilien hauptsächlich von den Sikanern, den Sikulern und den Elymern besiedelt. Bereits ab etwa 800 v. Chr. kolonialisierten jedoch die Phöniker, Griechen und Karthager die Insel und errichteten hauptsächlich an der Küste ihre Siedlungen. Zu dieser Zeit wurde Sizilien in das Großreich Griechenland eingegliedert und wurde maßgeblich von der Kultur griechischer Siedler geprägt. Aus dieser Zeit sind die meisten Tempelanlagen auf Sizilien. Die Blütezeit wurde gestärkt durch den Anbau von Wein, Korn und der Produktion von Schiffsholz, Harz, Öl und Metallen. Dies endete, als die Karthager am Ende des 5. Jahrhundert v. Chr. fast alle bedeutenden griechischen Städte zerstörten.
Im Jahr 241 v. Chr. eroberten die Römer die Insel im Folge des Ersten Punischen Krieges und gliederten die Mittelmeerinsel in das Römische Reich ein. Die Karthager mussten Sizilien aufgeben. Anschließend wurde Sizilien der wichtigste Getreidelieferant Roms. Als im 2. Jahrhundert v. Chr. immer mehr Sklaven nach Sizilien kamen, führte das Elend dieser Sklaven zu den beiden sizilianischen Sklavenkriegen.
Im Zuge der Völkerwanderung nach dem Untergang des Weströmischen Reichs (ab 440 n. Chr.) wurde Sizilien zunächst von den Ostgoten und Vandalen beherrscht. Im 6. Jahrhundert wurde es Teil des Byzantinischen Reichs. Unter der Byzantinischen Herrschaft wurde Sizilien zu einem zentralen Handelsplatz, auf dem besonders die Küstenstädte florierten.
Zwischen den Jahren 661 bis 668 residierte Kaiser Konstans II. in Syrakus.
Ab 827 wurde die Insel von den Arabern erobert. Sie brachten neue Bewässerungstechniken mit, wodurch die Landwirtschaft einen Aufschwung erlebte. Unter den Arabern wurde Palermo zur bedeutendsten Stadt Siziliens. Vom arabischen Teil Spaniens bis Ägypten kamen die Händler, um auf Sizilien ihre Waren zu verkaufen.
1091 eroberten die Normannen Sizilien. Während der Normannischen Herrschaft lässt sich eine weitere Blütezeit der Insel verzeichnen. Die Mischung aus byzantinischen, arabischen und normannischen Traditionen brachte viele bedeutende Kunstwerke hervor. Auch unter den Staufern, die auf die Normannenkönige folgten, dauerte diese Blüte noch an.
Unter den spanischen Bourbonen wurde Sizilien zum Königreich Neapel zusammengefasst und mit der Unterstützung des Papstes übernahm 1266 Karl I., Graf von Anjou und Bruder des französischen Königs Ludwig IX., die Kontrolle über das Königreich beider Sizilien. Der fremde Herrscher wurde jedoch von der Bevölkerung nicht anerkannt und so kam es 1282 zur Revolte der Bürger Palermos gegen die Unterdrückerherrschaft (Sizilianische Vesper). Durch diese Revolte wurde das Adelsgeschlecht Anjou vertrieben, ihm verblieb jedoch dass Königreich Neapel. Peter III, König von Aragon wurde daraufhin zum König von Sizilien gekrönt. Im Jahre 1504 ernannte er sich auch zum König von Neapel, was zur Folge hatte, dass Spanien für Jahrhunderte die Oberherrschaft über Sizilien ausübte. Dennoch kam im Jahre 1647 in Palermo und 1674 in Messina zu antispanischen Erhebungen.
1713 wurde Sizilien wieder von Neapel getrennt und geriet aufgrund des Spanischen Erbfolgekrieges an Savoyen, jedoch eroberten die Spanier bereits 1735 die Insel zurück. Die Existenz des Königreichs Sizilien endete, als der italienische Freischarenführer Giuseppe Garibaldi 1861 mit dem "Zug der Tausend" (Spedizione dei Mille) auf Sizilien landete und es eroberte.
Nach der Einnahme Siziliens durch Garibaldi wurde das Königreich Sizilien mit dem neuen Königreich Italien vereint. Die Regierung hatte jedoch nur wenig Verständnis für den Süden und versuchte die politische Macht im Norden zu zentralisieren. Aufgrund hoher Steuerlasten für den Süden, kam es immer wieder zu Spannungen, welche sich 1866 zu einem Aufstand in Palermo zuspitzten und die gewaltsam niedergeschlagen wurde. Die Beziehung zwischen Nord und Süd war seitdem von tiefem Misstrauen geprägt. 1915 trat Italien in den ersten Weltkrieg ein, wo es an der Seite von Deutschland und Österreich-Ungarn kämpfte.
Mussolini übernahm 1922 die Macht im Land und führte das faschistische Regime ein. Daraufhin kämpfte Italien zusammen mit dem nationalsozialistischen Deutschland gegen die Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Durch die Einnahme Siziliens in nur 38 Tagen durch die Amerikaner, kam es zum anschließenden Sturz Mussolinis und der Kapitulation der italienischen Regierung. Nach dem zweiten Weltkrieg wird Sizilien zu einer autonomen Region Italiens mit umfassenden Selbstverwaltungsrechten.